Guten Abend zusammen — für alle, die mich noch nicht kennen: Ich bin Tom und hatte das Privileg, Alex seit unserer Studienzeit zu kennen. Damals waren wir ein bisschen weniger gefestigt, ein bisschen optimistischer, wie leicht das Leben sein würde — und, was wichtig ist, völlig ahnungslos, wie gut die Dinge gleich werden sollten.
Und dann kam Maya.
Ich erinnere mich noch genau daran, wie ich Maya zum ersten Mal traf. Ihr kennt diesen unsicheren Moment, wenn jemand zu einem Freundeskreis dazustößt und alle insgeheim ausloten, wie es funktionieren wird? Der fiel einfach … aus. Maya ging irgendwie an „neue Person“ vorbei und landete innerhalb von etwa fünf Minuten fest bei „warst du nicht schon immer hier?“. Plötzlich wurde unser Gruppenchat besser, unsere Pläne wurden besser, und Alex — der schon ein toller Kerl war — wurde zu einer noch besseren Version seiner selbst.
Und das ist das Besondere an den beiden. Einzeln sind sie wunderbare Menschen. Aber zusammen funktionieren sie auf diese mühelose, erdende, leise fröhliche Weise, die uns übrigen das Gefühl gibt, glücklich zu sein, in ihrer Nähe zu sein.
Nun — mir wurde gesagt, ich bekäme eine gute Geschichte, also verwende ich sie für die Reise nach Portugal. Wir waren anderthalb Jahre aus dem Studium raus, pleite auf eine Art, wie es nur frisch Berufstätige sein können, und hatten uns irgendwie darauf geeinigt, zusammen zu reisen. Auf dem Rückweg von Lissabon stand unser Zug drei Stunden lang auf einem Gleisabschnitt außerhalb der Stadt. Keine Erklärung. Keine Bewegung. Kein Essen.
Und hier ist das Besondere an Alex, wenn ein Plan zusammenbricht: Die meisten Menschen geraten in Stress; er wird neugierig. Innerhalb von zwanzig Minuten hatte er ein Kartenspiel hervorgeholt, brachte einer portugiesischen Großmutter auf der anderen Seite des Gangs Gin Rummy bei und hatte aus einem festsitzenden Zug irgendwie den schönsten Teil der Reise gemacht. Maya filmte natürlich das Ganze — einschließlich des Teils, in dem sie uns beide im gerade erst gelernten Spiel komplett vernichtete.
Ich denke oft an diesen Zug. Denn die Rede-Version der Ehe lautet „wir meistern alles zusammen“. Aber die echte Version ist eher wie dieser Zug: Der Plan platzt, du sitzt fest, und die Frage ist, was für ein Mensch neben dir sitzt. Alex und Maya — ihr habt einander und uns übrigen die Antwort bereits gezeigt.
Maya, bevor ich schließe — ich weiß, dass deine Großmutter heute nicht hier ist, aber ich weiß, wie sehr sie Alex liebte, und ich weiß, dass sie gerade jetzt etwas Lustiges und leicht Spitzes zu sagen hätte. Was immer es gewesen wäre, betrachte es als gesagt.
Alex, Maya — ihr habt einander früh genug gefunden, um zusammen erwachsen zu werden, und spät genug, um genau zu wissen, was ihr habt. Erhebt bitte mit mir das Glas — auf eine Ehe, die verspätete Züge meistert, neue Kartenspiele lernt und jede Minute davon filmt.
Auf Alex und Maya.